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Realschulblockade aufgegeben
In der letzten Vollversammlung des Stadtrats vor der Sommerpause bewegt sich Rot-Grün also doch - zumindest bei der Gründung einer weiteren Realschule: Nachdem die CSU-Stadtratsfraktion bereits letzte Woche im Stadtrat beantragt hatte, beim Freistaat eine weitere Realschule zu beantragen, forderte dies nun auch Rot-Grün. Damit rückt eine weitere Realschule nach dem Angebot des bayerischen Kultusministers, einen Antrag auf eine weitere Realschule bevorzugt zu behandeln und interimsweise die Lehrer zu stellen, in greifbare Nähe. Die Stadt nimmt, wie von der CSU gefordert, die ausgestreckte Hand des Kultusministers, Dr. Ludwig Spaenle, endlich an. Eine vierte Eingangsklasse an der Artur-Kutscher-Realschule, wie ebenfalls von der CSU gefordert, versagte die rot-grüne Stadtratsmehrheit jedoch in der gestrigen Vollversammlung. Damit können rund 30 Kinder im nächsten Schuljahr nicht auf die Moosacher Realschule gehen.
„Es freut mich einerseits sehr, dass Rot-Grün endlich aufhört, einen ideologischen Streit auf dem Rücken von Kindern, Lehrern und Eltern auszutragen“, sagt der CSU-Fraktionsvorsitzende, der mit seinem Antrag nach einer weiteren Realschule auf Stadtgebiet den Anstoß zur Aufgabe der bisherigen Blockadehaltung von Rot-Grün gab. „Endlich wird bei den Realschulen im Sinne vor allem unserer Kinder agiert.“
Für die neue Realschule soll bevorzugt ein Standort im Münchner Nordwesten gesichert und gegebenenfalls beplant werden. „Das greift unsere Forderung aus dem Oktober 2009 auf, die weitere Realschule in Aubing zu gründen, wo der Bedarf besonders hoch ist, auch wegen des neuen Stadtbezirks Freiham“, erklärt Josef Schmid.
Eine weitere Eingangsklasse an der Artur-Kutscher-Realschule einzurichten, lehnte Rot-Grün jedoch ab. „Das ist eine Entscheidung gegen die Kinder und Eltern“, kritisiert die schulpolitische Sprecherin der CSU-Stadtratsfraktion, Ursula Sabathil. „Dass wir trotz vorhandener Räume und Lehrer die Bildung einer vierten Eingangsklasse nicht erreichen konnten, bedauern wir sehr. Denn die Konsequenzen sind erheblich: Sie reichen von erheblich weiteren Schulwegen bis zu gesteigertem Leistungsdruck für die Kinder, weil sie aufs Gymnasium geschickt werden, nur damit sie einen nahen Schulplatz haben.“
