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Offener Brief an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Städtischen Kliniken München GmbH
Sehr geehrte Mitarbeiterin, sehr geehrter Mitarbeiter,
wir möchten uns heute als Mitglieder des Aufsichtsrats bzw. als Vertreter der CSU-Fraktion an Sie wenden. Uns ist bewusst, dass die letzten Wochen seit Bekanntwerden der Missstände in der Sterilgutversorgung im Klinikum Bogenhausen für Sie alle die wahrscheinlich schwierigste Zeit in Ihrem bisherigen Berufsleben waren. Deshalb möchten wir uns eingangs zunächst für Ihren qualifizierten und engagierten Einsatz in den städtische Kliniken bedanken und bekräftigen, dass wir die Städtische Klinikum GmbH als kommunale Einrichtung unbedingt erhalten wollen. Eine Privatisierung steht bei der CSU-Stadtratsfraktion nicht zur Diskussion! Auch für uns ist es nach wie vor nur sehr schwer vorstellbar, dass ausgerechnet unsere Kliniken solchen Problemen in der Sterilgutversorgung ausgesetzt waren. Besonders fassungslos macht uns dabei, wie es solange dauern konnte, bis die Missstände ans Licht gekommen sind. Die CSU-Aufsichtsräte haben selbst erst in der Sitzung am 30. Juni 2010 und detaillierter in der Sonder-Aufsichtsratssitzung am 7. Juli 2010 davon erfahren.
In ersten Schritten wurden bereits mehrere Geschäftsführer und Verantwortliche aus dem Dienst entlassen. Doch im Zuge der bisherigen Analysen und Aufklärungen mussten wir feststellen, dass es leider eine Vielzahl an gravierenden personellen, organisatorischen und strukturellen Defiziten im Städtischen Klinikum München GmbH gibt, die dringend behoben werden müssen. Bevor es jedoch dauerhafte Entscheidungen zur Geschäftsführung oder Struktur in den Häusern geben kann, müssen alle Defizite und Probleme sorgfältigst und intensiv aufgearbeitet werden. Nur so kann ein wirklicher Neuanfang gewährleisten werden und nur so kann das Vertrauen in die Städtische Klinikum München GmbH dauerhaft wiederherstellt werden.
Das wird allerdings sicher noch etwas Zeit brauchen – wir bitten Sie daher noch um etwas Geduld und um Ihren unverminderten Einsatz. Ein echter Neuanfang bedarf unser aller Anstrengungen. Es wird dadurch auch für den einen oder anderen zu Umstrukturierungen im Arbeitsablauf führen. Wenn es nach unseren Vorstellungen geht, werden die Arbeitsabläufe dadurch jedoch verbessert und transparenter.
Was wir mit Umstrukturierungen jedoch nicht meinen, das ist der Abbau von Arbeitsplätzen. Davon war die ganze Zeit über nie die Rede und wir werden auch zukünftig alles daran setzen, die bestehenden Arbeitsplätze zu erhalten. Deshalb bedauern wir sehr, dass ausgerechnet die Arbeitnehmervertretung Ver.di nun in einem Flugblatt solche Ängste geschürt hat.
Wir sind davon überzeugt, dass die StKM nach erfolgreicher Strukturveränderung als kommunales Klinikum im harten Klinik-Wettbewerb seinen Platz gut behaupten kann und so wirklich zukunftssicher wird. Denn, und das betonen wir nochmals, die CSU steht fest zum Städtischen Klinikum München – wir wollen dieses Klinikum in der kommunalen Verantwortung behalten!
Lassen Sie uns alle gemeinsam daran arbeiten, dass das Städtische Klinikum München GmbH gestärkt aus dieser Krise hervorgeht. So werden wir am Ende unseren guten Ruf in der Kliniklandschaft wieder zurück erobern!
Josef Schmid
Stadtrat, Fraktionsvorsitzender
Eva Caim
Stadträtin, Aufsichtsrätin
Dr. Manuela Olhausen
Stadträtin, Aufsichtsrätin
